In Staffelstein (wo immer das ist) soll sich eine uralte Linde befinden in der sich aus irgendeinem Grunde ein Gedicht befand. Ich habe schon vor mehr als 15 Jahren davon gelesen und es gerade wiedergefunden. Ich überlege es auswendig zu lernen. Ich mag es - aus verschiedenen Gründen. Aber für die die meinen ich war kreativ - DIESMAL WAR'S EIN ANDERER... Morgen sehe ich einige im Fiets? 20 Uhr. Alte Bürger. Bremerhaven?Sang der Linde von der kommenden ZeitAlte Linde bei der heiligen KlammEhrfurchtsvoll betast' ich deinen Stamm,Karl den Großen hast du schon gesehn,Wenn der Größte kommt wirst du noch stehn. Dreißig Ellen mißt dein breiter Saum,Aller deutschen Lande ält'ster Baum,Kriege. Hunger schautest. Seuchennot,Neues Leben wieder neuen Tod. Schon seit langer Zeit dein Stamm ist hohl,Roß und Reiter bargest einst du wohl,Bis die Kluft dir sacht mit milder HandBreiten Reif um deine Stirne wand. Bild und Buch nicht schildern deine Kron',Alle Äste hast verloren schonBis zum letzten Paar das mächtig zweigt,Blätter freudig in die Lüfte steigt. Alte Linde die du alles weißt,Teil uns gütig mit von deinem Geist,Send ins Werden deinen SeherblickKünde Deutschlands und der Welt Geschick!Großer Kaiser Karl in Rom geweiht,Eckstein sollst du bleiben deutscher Zeit,Hundertsechzig sieben Jahre Frist,Deutschland bis ins Mark getroffen ist. Fremden Völkern front dein Sohn als Knecht,Tut und läßt was ihren Sklaven recht,Grausam hat zerrissen FeindeshandEines Blutes einer Sprache Band. Zehre. Magen zehr vom deutschen Saft,Bis mit einmal endet deine Kraft,Krankt das Herz siecht ganzer Körper hin,Deutschlands Elend ist der Welt Ruin. Ernten schwinden doch die Kriege nicht,Und der Bruder gegen Bruder ficht,Mit der Sens' und Schaufel sich bewehrt,Wenn verloren Flint' und Schwert. Arme werden reich des Geldes rasch,Doch der rasche Reichtum wird zu Asch',Ärmer alle mit dem größern Schatz. Minder Menschen enger noch der Platz. Da die Herrscherthrone abgeschafft,Wird das Herrschen Spiel und Leidenschaft,Bis der Tag kommt wo sich glaubt verdammt,Wer berufen wird zu einem Amt. Bauer keifert bis zum Wendetag,All sein Müh'n ins Wasser nur ein Schlag,Mahnwort fällt auf Wüstensand,Hörer findet nur der Unverstand. Wer die meisten Sünden hat,Fühlt als Richter sich und höchster Rat,Raucht das Blut wird wilder nur das Tier,Raub zur Arbeit wird und Mord zur Gier. Rom zerhaut wie Vieh die Priesterschar,Schonet nicht den Greis im Silberhaar,Über Leichen muß der Höchste fliehnUnd verfolgt von Ort zu Orte ziehn. Gottverlassen scheint er ist es nicht,Felsenfest im Glauben treu der Pflicht,Leistet auch in Not er nicht Verzicht,Bringt den Gottesstreit vors nah' Gericht. Winter kommt drei Tage Finsternis. Blitz und Donner und der Erde Riß,Bet' daheim verlasse nicht das Haus!Auch am Fenster schaue nicht den Graus!Eine Kerze gibt die ganze Zeit allein,Wofern sie brennen will dir Schein. Gift'ger Odem dringt aus Staubesnacht,Schwarze Seuche schlimmste Menschenschlacht. Gleiches allen Erdgebor'nen droht,Doch die Guten sterben sel'gen Tod. Viel Getreue bleiben wunderbarFrei von Atemkrampf und Pestgefahr. Eine große Stadt der Schlamm verschlingt,Eine andere mit dem Feuer ringt,Alle Städte werden totenstill,Auf dem Wiener Stephansplatz wächst Dill. Zählst du alle Menschen auf der Welt,Wirst du finden daß ein Drittel fehlt,Was noch übrig schau in jedes Land,Hat zur Hälft' verloren den Verstand. Wie im Sturm ein steuerloses Schiff,Preisgegeben einem jeden Riff,Schwankt herum der Eintags-Herrscherschwarm,Macht die Bürger ärmer noch als arm. Denn des Elends einz'ger HoffnungssternEines bessern Tags ist endlos fern.»Heiland sende den du senden mußt!«Tönt es angstvoll aus der Menschen Brust. Nimmt die Erde plötzlich andern Lauf,Steigt ein neuer Hoffnungsstern herauf?»Alles ist verloren!« hier's noch klingt,»Alles ist gerettet«. Wien schon singt. Ja von Osten kommt der starke Held,Ordnung bringend der verwirrten Welt. Weiße Blumen um das Herz des Herrn,Seinem Rufe folgt der Wackre gern. Alle Störer er zu Paaren treibt,Deutschem Reiche deutsches Recht er schreibt,Bunter Fremdling unwillkommner Gast,Flieh die Flur die du gepflügt nicht hast. Gottes Held ein unzertrennlich BandSchmiedest du um alles deutsche Land. Den Verbannten führest du nach Rom,Große Kaiserweihe schaut ein Dom. Preis dem einundzwanzigsten Konzil,Das den Völkern weist ihr höchstes Ziel,Und durch strengen Lebenssatz verbürgt,Daß nun reich und arm sich nicht mehr würgt. Deutscher Nam' du littest schwer,Wieder glänzt um dich die alte Ehr',Wächst um den verschlung'nen Doppelast,Dessen Schatten sucht gar mancher Gast. Dantes und Cervantes welscher LautSchon dem deutschen Kinde ist vertraut,Und am Tiber wie am EbrostrandLiegt der braune Freund vom Herrmannsland. Wenn der engelgleiche Völkerhirt'Wie Antonius zum Wandrer wird,Den Verirrten barfuß Predigt hält,Neuer Frühling lacht der ganzen Welt. Alle Kirchen einig und vereint,Einer Herde einz'ger Hirt' erscheint. Halbmond mählich weicht dem Kreuze ganz,Schwarzes Land erstrahlt in Glaubensglanz. Reiche Ernten schau' ich jedes Jahr,Weiser Männer eine große Schar,Seuch' und Kriegen ist die Welt entrückt,Wer die Zeit erlebt ist hoch beglückt. Dieses kündet deutschem Mann und KindLeidend mit dem Land die alte Lind',Daß der Hochmut macht das Maß nicht voll,Der Gerechte nicht verzweifeln soll!
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